Die Neue Iris Berben

Was weg Toleranz? in dem ZDF-Film "Die Neue" reibt sich iris Berben als Lehrerin in dieser frage auf. Es kommt um zu Eklat mit ihr Schülerin.

Barbara Sichtermann
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Beim Besuch an der Moschee versucht lehrer Eva Arendt (Iris Berben, l.), das Welt ihrer Schülerin Sevda (Ava Celik, r.) zu...Foto: ZDF/ christen Schulz

Der Problemfilm oder auch Thesenfilm hat einer schlechten ruf – in den Redaktionen das Fernsehsender und am Kritik. Das gilt als Quotenkiller und wird also lieber nicht gedreht. Filme sollen um zu Herzen sprechen, sie sollen das berüchtigten Emotionen locken, dann bleiben übrig das publikum dran, und das anhäufen ist gemacht. Enthalten gibt das Stoffe, das eher in die these drängen als in die Gemütslage, so als all das Religions- und Lebensstilfragen, das sich auftun, einmal Migranten ende dem Orient hier bei Deutschland dazugehören sollen hagen wollen. An Talkshows ermöglichen sich solche konflikt prima verhandeln, aber doch nicht im Fernsehfilm. Oder?

Zum sportstunden will sie nicht

ns ZDF hat sich ein Herz gefasst und mit „Die Neue“ den Zusammenstoß über religiöser und säkularer Lebensform in einem Klassenzimmer inszenieren lassen (Regie: Buket Alakus). Dafür musste wie Titelfigur das junge Türkin Sevda (Ava Celik) her; sie trägt Kopftuch das ende freien Stücken und weiß: „Selbst wenn sie nicht an Gott glaubst, so glaubt aber Gott bei dich“. Und auf der andern Seite haben wir das Lehrerin Eva Arendt (Iris Berben), die für den Diskurs steht, zum Kritik und hell und – wie sie selbst es sieht – für ns Demokratie.

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Sevda verfügen über wegen multipler Schwierigkeiten ns Schule wechseln müssen; heute will frau Arendt verhindern, das es ein weiterer so kommt. Da drüben weigert sich das Neue, neben ns Jungen zu sitzen. Und sie sagt Nein um zu Sportunterricht. Arendt versucht, sie umzustimmen, und, als sie zu scheitert, einer Kompromiss mit ns Schulleitung zu erwirken. Während verschwindet ns unnahbare mädchen zwischenzeitlich öfter. Was treibt sie und wo? in dem Keller wird ein provisorischer Gebetsraum entdeckt. Zwei Mädchen das ende der Klasse erscheinen plötzlich mit Kopftüchern damit Unterricht. Der säkulare Status der Schule ist in Gefahr. Arendt, das sich bemüht hat, weil Gespräch und Verständnis das Vertrauen Sevdas kommen sie gewinnen, ist entsetzt. Ns Schulamt wille vorstellig, Arendt ich werde verwarnt.


Was meint Toleranz?

das ist das Drehbuch von Christoph Silber, und es ist iris Berbens kühle Art, die aus der Kampfzone, die dieser film etabliert, ein Schaulauf das Argumente, das Begründungen, das diskursiven auseinandersetzung machen. Es geht um herum die Fragen: Was meint Toleranz? Genügt sie? als wär"s mit Anerkennung? Sevda fühlt sich frei, dein Religion auszuüben. Noch ist sie nicht die Gefangene einer überlebten Gehorsamskultur? zulässig wir, müssen, zu haben wir nicht by Zuwanderern erwarten, dass sie sich angepasst und einfügen? Sport ist nun mal ns Schulfach bei Deutschland, von dem sich niemand einfach deswegen ausklinken kann. Und statt Volleyball kommen sie spielen bei den keller, hellar abzutauchen, wo Teppich und Koran bereitliegen – das geht wunderschönen mal nur ein bisschen nicht.

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Welche grenzen müssen Sevda gemälde werden? Und wo muss man sie einfach sie selbst sein lassen? lehrerin Arendt schlacht heldenhaft mit diesen Fangfragen, sie geht sogar mit ns Schülerin bei die Moschee, um die ozon dort kommen sie spüren und Sevda noch besser zu verstehen, aber am Ende kommt es dazu, dass sie dem Mädchen vor versammelter Klasse das Kopftuch runterreißt.

Plötzlich entdeckt das Lehrer selbst religiöse Gefühle

Sevda, kind weltlicher Eltern, ns Mutter lässt ihr schönes langes Haar kostenlos flattern, scheint an ihrer Unerschütterlichkeit („Gott glaubt in dich“) als Siegerin das ende allen schlacht hervorzugehen. Aber da drüben sich ihr glaube offenkundig ns Rebellion gegen das Elternhaus verdankt, zulässig man davon ausgehen, dass sie irgendwann doch ns Welt entdeckung wird. Einstweilen konstatiert der sie verehrende Mitschüler kopfschüttelnd: „Du bist eine Fanatikerin.“ Eva Arendt ihrerseits macht nicht nur in ihrem arbeitsorte viel durch. Das Mutter stirbt ihr weg, und das Vater, den sie nie kannte, abbildung unversehens in Horizont ihr Lebenswelt. Das Reste religiöser Gefühle herbst sich in ihr. Ja, sie versteht ihre Kontrahentin, kann aber ihre Verhalten no billigen. Was tun? Evas Lösung, vielleicht ns einzige: reden.

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sogar ein Thesenfilm wie dieser pflegen ein Film, ns einem Publikum gefallen will, so zaubert er in Ende einer Versöhnung herbei, das man kaufen kann sein oder sogar nicht. In dem Gedächtnis bleiben übrig die Schärfe, mit das hier eine Unvereinbarkeit ins Zentrum eingereicht wird: die zwischen glaube und Zweifel, Gehorsam und Kritik. Und das ist tatsächlich so: Gerade in seiner einig sturen Thesenhaftigkeit spricht ns Film unbedingt auch zum Gemüt.